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Die Alarmvorrichtung und das Notrufsystem


Die Aufzugsrichtlinie 95/16/EG legt unter Punkt 4.5 folgende Regelung fest:

    Die Fahrkörbe des Aufzugs müssen über ein in beide Richtungen funktionierendes Kommunikationssystem verfügen, das eine ständige Verbindung mit einem rasch einsatzbereiten Notdienst ermöglicht.
    Das Alarmsystem der Aufzugsanlage muss die Kommunikation zwischen den im Fahrstuhl eingesperrten Benutzern und dem alarmierten Notdienst solange garantieren, bis das Ende des Alarms eingetreten ist.
    Die Alarmvorrichtung des Aufzugs muss dem Notdienst bzw. der Notrufzentrale oder der Notruf-Leitstelle angeben, ob der Alarm behoben wurde und keine Benutzer mehr in der Aufzugskabine eingesperrt sind.
    Das Alarmsystem der Aufzüge muss auch im Fall des Ausfalls der Stromversorgung wirksam bleiben. Wird ein Notversorgungssystem im Aufzug mit aufladbaren Batterien eingesetzt, muss die Alarmvorrichtung den Notdienst informieren, falls die Ladung nur noch für weniger als eine Betriebsstunde ausreicht.
    Im Fahrkorb der Aufzugskabine muss ein sichtbares und hörbares Signal vorhanden sein, welches die Fahrgäste darüber informiert, dass der Alarm aktiviert ist.
    Um Fehlalarme zu vermeiden. sollte die Alarmvorrichtung im Aufzug über eine Filterfunktion, eine sogenannte Missbrauchserkennung, verfügen, die das Alarmsignal unwirksam macht und nicht versendet, wenn sich der Fahrkorb des Aufzugs mit offenen Türen im Entriegelungsbereich befindet oder in der Etage ankommt und die Türen kurz vor dem Öffnen stehen.
    Die Aktivierung oder Deaktivierung dieser Aufzugsfunktion darf ausschließlich über den Notdienst erfolgen.
    Während der Wartung oder der Reparatur des Aufzugs darf das Alarmsignal zum Schutz von Aufzugstechnikern oder Servicetechnikern und Wartungspersonal nicht gefiltert werden.
    Die Sicherheitsvorkehrungen mit der Alarmvorrichtung müssen auch während der Wartungsarbeiten am Aufzug oder einem Kundendienst beim Aufzug ihren Zweck erfüllen.
    Das Alarmsignal und die Möglichkeit der Kommunikation muss in der Aufzugsanlage überall dort installiert werden, wo die Gefahr besteht in die Aufzugsanlage eingeschlossen zu werden.
    Neben der Alarmvorrichtung im Fahrkorb des Aufzugs, also der Aufzugskabine, befinden sich noch eine Alarmvorrichtung mit Notrufsystem auf dem Fahrkorbdach des Fahrstuhls, unter der Aufzugskabine und über dem Fahrschachtboden bzw. unterhalb der untersten Schachttür der Aufzugsanlage.
    Die Alarmvorrichtung der Aufzugsanlage muss den Aufzug, von dem das Alarmsignal ausgelöst wurde, eindeutig zum Standort der Aufzugsanlage identifizieren.
    Nach der Aktivierung der Alarmvorrichtung darf der eingeschlossene Fahrgast keine weiteren Handlungen vornehmen.
    Die Kommunikation in beide Richtungen darf im Aufzug nicht unterbrochen werden.
    Bei Afzügen bzw. Fahrstühlen muss die Alarmvorrichtung in der Lage sein, Alarminformationen und das Notrufsignal auch an ein alternatives Empfangssystem weiterleiten zu können.
    Alarmvorrichtungen des Aufzugs müssen im Abstand von drei Tagen automatisch einen Alarmzustand simulieren. Bei diesem Probealarm wird die gesamte Alarmvorrichtung der Aufzugsanlage getestet.
    Die Alarmvorrichtung der Aufzugsanalge darf nur an, für Fahrgäste nicht zugänglichen Stellen, installiert sein und die Betriebsparameter der Aufzugsalarmvorrichtung müssen durch Zugangscodes und andere geeignete Mittel geschützt werden.

Eine moderne Alarmvorrichtung besteht in der Regel aus

    einer Schnittstelle mit dem Benutzer,
    einer Steuereinheit mit einer Platine und
    der Signalübertragung mit den elektrischen Verkabelungen.

Die Benutzerschnitstelle wird in der Aufzugskabine untergebracht und besteht aus einer Sprechvorrichtung und Hörvorrichtung und ist im Allgemeinen im Tastenfeld eingebaut.

    Ein gelber Alarmknopf signalisiert mit akkustischem Signal, dass der Alarm ausgelöst wurde.
    Ein grünes Symbol signalisiert mit einem anderen akkustischem Signal, dass der Alarm registriert wurde.
    Moderne Alarmvorrichtungen verfügen zudem über ein Sprachmodul, welches dem Fahrgast akustisch den Rufaufbau vermittelt.

Für die Benutzerschnittstellen für Servicetechniker bzw. Aufzugstechniker, die sich im Schacht und auf dem Dach des Aufzugs bzw. Fahrstuhls befinden gibt es lediglich eine Alarmtaste, ansonsten ist die Benutzerschnittstelle gleich aufgebaut.
 
Die Steuereinheit der Alarmvorrichtung wird in der Nähe der Telefonleitung befestigt. Bei Steuereinheiten mit mobilem Telefon spielt das aber auch keine Rolle mehr. Wichtig ist nur, dass die Stelle nur von autorisiertem Personal zugänglich ist.

Die Steuereinheit ist in einem robusten Kunststoffgehäuse oder Metallgehäuse verbaut. Die eingegebenen Daten müssen durch Zugangscodes geschützt werden. Die Notversorgung der Alarmvorrichtung besteht beim Aufzug aus einem Batterieladegerät und den aufladbaren Batterien.

Bei einem Stromausfall muss die Hauptversorgung mindestens eine Stunde funktionieren.

Die bereits oben angesprochene Alarmvorrichtung mit Steuereinheit mit mobiler Telefonübertragung ermöglicht die Herstellung einer sehr kostengünstigen Alternative zum Festnetzanschluss. Die Übertragung erfolgt über GSM und muss die absolute Verfügbarkeit garantieren. Diesen technologischen Fortschritt nutzen bereits heute sehr viele Notdienste und Notruf-Leitsysteme.

Der Notdienst gehört als Sicherheitsrichtlinie zur Aufzugsrichtlinie und wird als Organisation definiert, die damit beauftragt ist, Aufzugsnotrufe zu empfangen, um die in den Aufzügen eingeschlossenen Personen so schnell wie möglich zu bergen. Der Notdienst kann Teil eines Wartungsunternehmens für Aufzüge oder unabhängig tätig sein.
 

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